Projekte und Förderungen

Seit 1995 vergibt die Stiftung ihre begrenzten Mittel gezielt dort, wo sie die integrierte psychosomatische Medizin dauerhaft stärken: in der Ausbildung, im wissenschaftlichen Nachwuchs und im fachlichen Austausch.

Vortragsreihe

Carus Lecture

Mit der Carus Lecture wird der Jahreskongress für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie eröffnet. Die Stiftung holt dafür Persönlichkeiten ans Rednerpult, die den Blick über das Fach hinaus weiten – Sozialepidemiologie, Philosophie des Geistes, Soziologie. Der Grundgedanke: Wer Medizin als Beziehungsmedizin versteht, muss die gesellschaftlichen Bedingungen von Beziehung mitdenken.

(hier am besten ein Bild von so einer Veranstaltung)

Beispiele aus vergangenen Jahren

2025 · Hartmut Rosa (Jena/Erfurt)
Bezogene und beziehungslose Beziehungen – auf der Suche nach Resonanz in sich wandelnden Welten

2019 · Albert Newen (Bochum)
Selbst- und Fremdverstehen im Lichte von Vorurteilen und einseitiger Information

2018 · Richard G. Wilkinson (Nottingham)
Sind gerechtere Gesellschaften gesünder?

(hier ein Bild von einer Masterclass)

Weiterbildung

Carus Master Classes

In den Master Classes arbeiten Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler in kleinen Gruppen mit international ausgewiesenen Forscherinnen und Forschern. Das Format läuft im Rahmen der Kongresse des Deutschen Kollegiums für Psychosomatische Medizin (DKPM) und der European Association of Psychosomatic Medicine (EAPM). Der Wert liegt weniger im Vortrag als im direkten Kontakt: Wer am Anfang steht, sitzt einen Vormittag lang mit jemandem am Tisch, dessen Arbeiten er sonst nur zitiert.

2019

Achtsamkeit für Schwerkranke (P. Grossman, Basel) · Frühkindliche Umwelt und Gehirnentwicklung (A. K. Braun, Magdeburg) · Posttraumatische Belastungsstörungen (A. Maercker, Zürich)

2018

Intensive Short-term Dynamic Psychotherapy (A. Abbass, Halifax) · Schematherapie bei Cluster-C-Persönlichkeitsstörungen (A. Arntz, Amsterdam) · PROMIS in Klinik und Forschung (N. Rothrock, Chicago, und M. Rose, Berlin)

2017

Wirkmechanismen in der klinischen Forschung (A. Gloster, Basel) · Bindung und Mentalisierung bei anhaltenden Körperbeschwerden (P. Luyten, London) · Krankheits- und Behandlungsvorstellungen und Therapietreue (R. Horne, London)

2016 und 2015

Psychoonkologie (M. H. Antoni, Coral Gables) · Persönliche Aspekte von Krankheit (W. Langewitz, Basel) · Braucht die Psychosomatik einen Leibbegriff? (M. Großheim, Rostock) · Bauchgerichtete Hypnose (G. Moser, Wien) · Biosignalanalyse (J. Thayer, Ohio) · Essstörungen (U. Schmidt, London)

Qualifizierung

Nachwuchsförderung

Zu den Vorhaben, die die Stiftung über Jahre getragen hat, gehört ein Programm zur Qualifizierung jüngerer Kolleginnen und Kollegen in der psychosomatischen Forschung. Der Gedanke dahinter ist schlicht: Ein Fach, das methodisch anspruchsvoll arbeitet und zugleich die Beziehung zum Patienten im Zentrum hält, braucht Menschen, die beides gelernt haben. Solche Qualifikation entsteht nicht nebenbei – sie braucht Zeit, Anleitung und jemanden, der sie finanziert.

Strukturelle Förderung

Der Reformstudiengang an der Charité

Das größte Einzelvorhaben der Stiftung war die Unterstützung des Reformstudiengangs Medizin an der Charité – Universitätsmedizin Berlin. Er startete zum Wintersemester 1999/2000 als erster Studiengang nach der Modellstudiengangsklausel an einer deutschen medizinischen Fakultät und nahm elf Jahre lang jährlich 63 Studierende auf.

Für die Stiftung war das kein beliebiges Ausbildungsprojekt: Mit dem Reformstudiengang wurde erstmals ein durchgehendes Kommunikationscurriculum in ein deutsches Medizinstudium eingebaut. 2010 ging der Studiengang im Modellstudiengang Medizin auf – und mit ihm jene Prinzipien, die er erprobt hatte: früher Patientenkontakt, fächerübergreifende Module, praktische Prüfungsformate.

Austausch

Informelle Fachtreffen

In jüngerer Zeit unterstützt die Stiftung Treffen, die bewusst außerhalb des Kongressbetriebs stattfinden: kleine Runden, in denen strittige oder junge Themen ohne Vortragsdruck durchgesprochen werden. Eine solche Reihe befasst sich mit der Schnittstelle zwischen Allgemeinmedizin und Psychosomatik – zwei Feldern, die in der Versorgung eng beieinanderliegen und im Wissenschaftsbetrieb weit auseinander.

Kann man sich um eine Förderung bewerben?

Nein. Die Stiftung schreibt keine Fördermittel aus und nimmt keine Anträge entgegen. Ihre Mittel sind begrenzt und der Stiftungsrat wählt die Vorhaben selbst aus – meist solche, die über Jahre begleitet werden und an denen sich strukturell etwas ändern lässt. Wenn Sie ein Anliegen haben, das dazu passt, schreiben Sie uns gerne: ausgeschlossen ist ein Gespräch nicht, ein geregeltes Antragsverfahren gibt es aber nicht.